Schützengesellschaft Birmenstorf auf Reisen...

Die reiselustigen Ausflügler der SG Birmenstorf
Die reiselustigen Ausflügler der SG Birmenstorf

Alle paar Jahre begibt sich die Schützengesellschaft Birmenstorf auf eine Schützenreise. Die letzten zwei mal führte uns der Weg ins Südtirol… so sollte es dieses Jahr wieder einmal eine Region sein, welche wir schon lange nicht mehr besucht haben. An der Frühjahrsversammlung wurde mit Andreas Schöni ein kompetenter Organisator unseres zweitägigen Ausfluges gefunden, und die Reiserichtung ins Elsass festgelegt. Der Ausflug startete dann also letzten Samstag, 9. September, frühmorgens um 07:00 Uhr. 18 Schützen und Schützinnen zählte dann unsere Reisegruppe. Unser Chauffeur Tomi von der Twerenbold AG erklärte uns noch kurz die begebenheiten unseres Luxus-Liners der Königsklasse. Bald waren wir dann auch schon Richtung Basel-Mulhouse unterwegs. Im Car, während der Fahrt erläuterte unser Organisator Res dann noch einige Einzelheiten und versorgte uns mit feinen Pralinen zum Kaffe, wobei zu sagen ist, dass unser grosszügiger Sponsor Beda Humbel die gesammten Getränke für den Samstag übernommen hat. Erster Punkt auf dem Programm war der Besuch des Kriegsdenkmals am Hartmannweilerskopf, Vieil Armand, bei welchem im 1. Weltkrieg im Jahre 1915 während zähen Kämpfen 30‘000 Deutsche und Französische Soldaten ihr Leben liessen. Leider war das eigentliche Denkmal wegen Renovationsarbeiten nicht zugänglich und der Blick aus der Ferne musste genügen. Für Kaffee und Gipfeli war jedoch genügend Zeit, und die Interessierten konnten sich am Kiosk noch mit Lektüre der Geschichte eindecken.

Nach dieser kurzen Stärkung ging’s dann wieder die Serpentinen hinunter in die Hochrheinebene, auf welcher wir nach kurzweiliger Fahrt bei interessanten Gesprächen in Hohrod im Munstertal, in welchem der gleichnamige Munsterkäse hergestellt wird, eintrafen. So lag es dann nahe, dass wir die Käserei „Ferme Versant du Soleil“ besuchten. Sachkundig führte uns der Milchtechnologe in die Käseherstellung nach Munster-Art ein, ein Käse welcher sehr schmackhaft ist. In der Schweiz würde man diesen mit dem Tomme oder Vacherin Mont’d Or vergleichen. Daneben wird auch noch Bergkäse produziert, um mit beiden Sorten die Nachfrage zu stillen. Da nach dieser sehr interessanten Vorführung die meisten schon arg knurrende Mägen hatten, griffen viele im Käsereieigenen Laden zu und erwarben sich die feinen Käse, zum Teil sogar zum Verzehr auf der Stelle.

Das Programm war noch lange nicht vollständig, und so fuhr uns dann unser Fahrer Tomi mit dem Bus weiter zum wohlverdienten Mittagessen, welches uns unser Organisator Res Schöni als typisch Elsässisch ankündete. Nach kleinem Stadtrundgang durch Riquewihr fanden wir dann das Restaurant „Hostellerie au Moulin“ in mitten der schönen Altstadt. Schon als Apéro erhielten wir ein Stück herrliche Zwiebelwähe. Das Essen war fabelhaft, wurden danach doch riesige Platten mit Sauerkraut, Kartoffeln, Speck, Würsten und feinem Senf aufgetischt, an welchen sich die immer-hungrigen Schützen laben konnten. Und der Dessert mit Zitronen- und Beereneis rundete das Menü elegant ab. Danach war der kurze Spaziergang zurück zum Bus genau das Richtige zur Verdauung, wobei der Eine oder Andere auch noch ein kurzes Nickerchen im Schatten genoss.

Gleich um die Ecke stand dann schon die nächste Gaumenfreude an, nämlich der Besuch der Kellerei Becker, welche seit 1610 feine Elsässische Weine keltert. Sehr kompetent führte uns Frau Becker, welche mit ihren beiden Brüdern das Weingut hegt, durch die Kellergewölbe und erläuterte uns die Produktion von Schaumweinen und feinen Gewürztraminern, sowie noch vielen anderen Sorten. Danach liessen wir es uns nicht nehmen, im Weinguteigenen Degustierzimmer von den edlen Tropfen zu kosten. Bei gutem Wein und zartem Elsässer Gugelhupf kamen dann auch einige Einkäufe zustande.

Der Samstagabend führte uns noch bis nach Strassbourg, in welchem wir dann unser Hotel Monopol Métropol bezogen, bevor es dann zu Fuss zu den gedeckten Brücken ging, wo unser Abendessen bereits reserviert war. In der „Bierstub chez l’ami Schutz“ wurden wir mit einem Teigwaren-Antipasti auf das darauf folgende Rindsgeschnetzelte mit Ratatouille und Rösti eingestimmt. Ein feiner Dessert und ein ordentlicher Kaffee oder Espresso rundeten das Ensemble ab. Somit war dann der erste Teil des Ausfluges eine kulinarische als auch bildende Schützenreise. Nicht wenige genossen es nachher noch, durch die idyllischen Gässchen zu flanieren.

Am Sonntag Morgen ging es dann nach gediegenem Frühstück mit allen erdenklichen Produkten eines Frühstücksbuffets gut gestärkt wieder los, mit dem Bus bis zur Schiffstation. Es folgte eine lehrreiche Schifffahrt auf den Strassbourger Kanälen, in welchen auf dem Schiff per Kopfhörer die Eigenschaften der Stadt erläutert wurden. Nicht wenige hörten sich die Kommentare im originalen Elsässerdialekt an, welche von uns Deutschschweizern relativ gut verstanden wird. Leider ist der Dialekt im Alltag immer weniger zu hören. Nach gut eineinhalb Stunden Schifffahrt legten wir wieder am Steg an. Die freie Zeit nutzten wir nun noch um uns mit Souveniers einzudecken, oder einfach die Sehenswürdigkeiten der Stadt von nahem anzusehen. Auch fanden alle sicher einen Platz in einem der vielen Strassenbeizli, in welchen sich vorzüglich geniessen lässt.

Den Abschluss des Ausfluges machte dann der Besuch auf der „haute Koenigsbourg“, einer stattlichen Burg, welche in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand, und nach ihrem Jahrhunderte langen brach liegen 1901 bis 1908 unter Anordnung von Kaiser Wilhelm dem II wieder vollständig aufgebaut wurde. Die Burg besitzt stattliche Bergfriede, und sie liegt selbst schon sehr imposant auf einer Anhöhe, von wo aus das Land rundherum Kilometerweit überblickt werden kann. Sie war also ein monumentaler Regierungssitz zu Zeiten des Kaisers. Hierbei entstand dann auch das Gruppenfoto von uns allen.

Nach erholsamer Heimreise (die meisten gönnten sich in den bequemen Sitzen des Car’s ein Nickerchen), durften wir uns in Birmenstorf zur Krönung des Ausfluges noch einmal Stärken. Lioba Schneider vom Feldschlössli, der eigentlichen Stammgaststätte der Schützengesellschaft, bereitete uns ein herzliches Plättchen zu, zu welchem der Birmenstorfer Pinot Noir ebenso gut mundete, wie der „Zvieri“ selbst. An dieser Stelle: Ein herzliches Dankeschön an Frau Schneider.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass die diesjährige Vereinsreise wunderbar Organisiert war, unser Fahrer Tomi uns wie auf Wolken chauffiert hat und alle sicher viele Erinnerungen vom wunderschönen Elsass mit nach Hause nahmen.